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Die Latein Texte(dunkel=alt/hell=neu) für meine werten Mitschüler:

L 41: Kann eine "Kichererbse" Karriere machen?


Ein echter Römer erstrebte nichts so heftig wie Ruhm und Ansehen. Wie viele berühmte Taten er ausführte, so viele Ehren wurden diesem zuteil. Das Ansehen aber eines einzigen Mannes hat dessen ganze Familie berühmt gemacht. Aber es gab auch unbedeutende Familien, wie das Geschlecht der Tullier, aus dem Marcus Tullius Cicero stammte. Jener glaubte indessen, dass so viel an Begabung in ihm stecke wie in wenigen Bürgern sonst. Oft dachte er bei sich: "Wie werde ich Amt und Lob erwerben?" Deshalb schlug er eine politische Laufbahn ein und erstrebte so Großes wie niemand aus seiner Familie bisher. Irgendwelche Freunde aber lachten ihn aus: "Die Leute werden sagen, du bist so beschaffen wie eine Kichererbse. Deinen Namen werden sie zum Gespött machen. Also leg entweder deinen Namen ab oder ändere ihn!" (Einem Vorfahren wurde nämlich jener Name gegeben, weil er auf der Nase eine Einkerbung hatte, die aussah wie eine Kichererbse). Cicero antwortete ihnen: "Ihr gebt mir einen solchen Rat, wie er zu euch passt. Aber ich werde kein Leben im Schatten führen. Mit Sicherheit werde ich den Namen des Cicero einmal so berühmt machen, wie es die Namen der vornehmen Familien sind.

 

L 42: Ein junger Politiker profiliert sich


Du begehst ein Unrecht, Chrysogonus, wenn du jetzt deine Hoffnung auf die Vernichtung von Sextus Roscius setzt. Wie groß ist deine Grausamkeit, wenn jener junge Mann dir seinen ganzen Besitz, außer seinem Leben, übergeben musste! Auch Dieben nützt vor allen Dingen diejenige Beute, die sie ohne Blutvergießen rauben können. Du weißt, dass dieser nichts hat, nichts wagt, nichts kann. Was ist ihm gelassen worden? Nichts außer schlechten Kleidern. Trotzdem rufst du diesen Unglücklichen vor Gericht und bereitest seine Vernichtung vor. Was hat dich zu so großer Wut veranlasst? Kannst du es etwa nicht ertragen, dass dieser bekleidet dasteht, den du nackt aus dem väterlichen Erbe vertrieben hast? Warum seid ihr, die Richter, Sextus Roscius nicht zu Hilfe gekommen, als so großes Unrecht gemacht wurde? Ihr könnt ihm helfen, ihr müsst ihm nützen. Eine Hoffnung des Sextus Roscius ist auf eure Macht und Güte gesetzt. Wem ist die Grausamkeit des Chrysogonus jemals von Nutzen gewesen? Welche Schandtaten haben seine Kameraden sich nicht ausgedacht? Wenn auch ihr grausam seid, werden wir eher zwischen wilden Tieren leben können als in dieser Republik. Die Römer pflegen auch die besiegten Feinde zu verschonen; auf diese Weise waren sie der Republik oft von Nutzen. Daher, bei den unsterblichen Göttern, beseitigt die Grausamkeit aus der Bürgerschaft! Verschont, Richter, diesen Sextus Roscius! Er hat nicht einmal ein einziges Verbrechen begangen."


L 43: Auf der Höhe der Macht


Als die Rede vom Konsul gehalten worden war, sprach als erster der gewählte Konsul Silanus: "Wir müssen", sagte er, "die Todesstrafe an diesen unverschämten Männern vollstrecken. Nun ist es die Aufgabe des Konsuls, das zu tun, was dem römischen Volk von Nutzen ist." Weil diese Meinung von vielen gebilligt worden war, sagte Cäsar: "Was wird zum Wohl der Republik sein? Es ist typisch für einen Weisen, gut über diese Sache nachzudenken. Gewiss bin ich dafür, dass diese Männer im Gefängnis gehalten werden, dass ihr Geld beschlagnahmt wird." Dann stimmte Cicero teils mit Silanus, teils mit Cäsar in dieser zweifelhaften Sache überein. Doch Cato schrie, von Zorn entflammt: "Die Meinung Cäsars wird uns zum großen Schaden sein. Solange Catilina lebt, werden wir nicht sicher sein. Auch seine Freunde sind des Todes würdig." Cicero aber führte, als der Senat entlassen war, Lentulus aus dem Palatin, wo er in Haft war. Dann hat er befohlen, dass er in der Anwesenheit vieler Bürger durch die heilige Straße zum Staatsgefängnis abgeführt werde. Dort übergab er ihn dem Henker. Nachdem auch die anderen getötet worden waren, sagte Cicero mit lauter Stimme: "Sie haben gelebt." Die Bürger aber freuten sich und riefen: "Auf Ciceros Veranlassung hin ist die Republik wieder hergestellt worden. Sei gegrüßt, Vater des Vaterlandes."

L 44: Tiefer Sturz


Cicero grüßt Atticus. Zu deinem Brief schreibe ich: mich schmerzt der Neid der Feinde, aber den Verstand habe ich bis jetzt noch nicht verloren. Aus der Stadt wäre ich nicht weggegangen, wenn nicht sogar du mir zur Flucht geraten hättest. Wenn Freunde mir andere Ratschläge gegeben hätten, wäre ich zu Hause geblieben. Freilich in großem Schmerz habe ich die Meinen zurückgelassen. Wenn es mir erlaubt wäre, diese zu sehen, würde ich sicher von außerordentlich großer Freude überwältigt. Nun werde ich von allen Botschaften beunruhigt und von dem Unglück bedrückt. Du hast Cato zu Recht entschuldigt. Obwohl er mir nicht beistand, bei den Plänen der schlechten Männer war er wohl nicht dabei. Die Antwort des Pompeius hat mich erschreckt und ich wäre verzweifelt, wenn du mir nicht beigestanden und zur Hilfe gekommen wärst. Nur du hast das machen können. Wie blind ich war, blind und um den Verstand gebracht! Wenn ich nicht so blind gewesen wäre, hätte ich das Volk nicht angefleht und angerufen. was aber hat das Volk zu dieser Zeit vermocht? Doch dir das zu sagen ist dumm. Sicher würde meine Hoffnung auf Freunden ruhen, wenn meine Feinde jetzt nicht so großen Einfluss hätten. Clodius hat ein Gesetz am Türpfosten der Kyrie angeheftet, welches verbietet, sich noch mal mit mir zu beschäftigen. An deinem Glauben hätte ich auch gezweifelt, wenn du mir nicht durchs ganze Leben die Treue gehalten hättest. Mit diesem Brief klage ich nicht dich, sondern mich an.

 

 

L 45: Was ist das - ein Philosoph?


Leon: "Ich bitte dich, dass du mir deine Weisheit zeigst. Denn viele sagen, du seiest weise. Was ist die Einsicht deines Lebens? Welche Kunst hast du?" Pythagoras: "Ich bringe die Menschen nicht dazu, dass sie mich weise nennen. Und ich kenne nicht irgendeine Kunst, sondern bin ein Philosoph." Leon: "Ich bitte, dass dieses Wort, das mir unbekannt ist, von dir erklärt wird. Was für Menschen sind Philosophen? Was für ein Unterschied besteht zwischen diesen und den übrigen Menschen?" Pythagoras: "Das Leben der Menschen ähnelt den Festspielen der Griechen. Denn bei den Spielen streben die Einen danach, sich Anstrengungen zu unterziehen und durch körperliche Kraft Lob einzuheimsen, die Anderen möchten erreichen, dass ihr Reichtum auf dem Forum vergrößert wird. Viele kommen folglich zu Spielen zusammen. Aber wenige geben sich Mühe, dass sie alles, was dort gemacht wird, sehen und erkennen. So wie die Griechen zu den Spielen zusammenlaufen, so zeigen sich die Menschen im Leben: sehr viele sorgen sich, damit sie ruhmreich und wohlhabend werden. Ich fürchte, dass diese Sklaven des Ruhmes und des Geldes sind, aber dass sie keine Weisheit haben. Wenige, weil sie um die Weisheit bemüht sind, werden wirklich Philosophen genannt. Diese lassen sich nicht einmal durch Mühen abschrecken, die Natur der Dinge durchschauen zu wollen. So liegt einzig die Beobachtung der Dinge den Philosophen am Herzen."

 

L 46: Trost für einen Trauernden

Lucius Lucceius grüßt Markus Tullius Ich weiß nicht, warum du bis jetzt nicht nach Rom gekommen bist. Wenn du von der Einsamkeit erfreut wirst, wenn du suchst, was die griechischen Schriftsteller über Trost gesagt haben, wenn du selbst solche Dinge schreibst, dann freue ich mich und tadle deinen Beschluss nicht. Ich habe dich von hier traurig weggehen sehen. Gib dich nicht zu sehr den Tränen und der Trauer hin! Ich weiß von wie großem Schmerz du nun erfüllt bist. Doch durch deine Klagen machst du keine Fortschritte. Daher komm in unsere Gemeinschaft zurück! Es gibt keinen Grund, warum du nicht auf diese Weise den Schmerz linderst. Markus Tullius grüßt Lucius Lucceius All deine Liebe ist in diesen Briefen, welche ich von dir erhalten habe. Zu Recht vermutest du, welche Heilmittel gegen so große Wunden von mir gesucht worden sind. Denn vieles, was über Trauer geschrieben worden ist, habe ich gelesen. Ich möchte in Erfahrung bringen, welche Ratschläge der Philosophen mir entgangen sind. Bald wirst du wissen, was ich selbst über Trost geschrieben habe: denn ich werde dir mein tröstendes Buch schicken. Doch der Schmerz siegt über jedenTrost. Ich weiß nicht, wo es für mich einen Zufluchtsort gibt. Du weißt, wie viele Schmerzen mir die Menschen, das Forum und die Kurie zugefügt haben. Auch du bleibe nicht in Rom. Wenn du kannst, komm zu mir!

 

L 47: Cäsar greift nach der Macht

Cäsar führte gegen die Gallier Krieg, damit er ganz Gallien beherrschte. Auch mit den Germanen kämpfte er, weil sie den Rhein überquert hatten und den Galliern halfen. Er baute eine Brücke über den Rhein und griff die Germanen in ihrem Gebiet an, damit sie nicht immer wieder nach Gallien kommen sollten. Mit soviel Kühnheit führte er Schlachten, dass er den Germanen große Verluste zufügte. Er fiel auch nach Britannien ein, um von den Besiegten Geld und Geiseln zu verlangen. Bei Suetonius lesen wir, dass Cäsar von solcher Tapferkeit war, dass er alle Menschen übertraf. Wenn seine Soldaten eine Niederlage erlitten hatten, trat Cäsar ihnen oft allein entgegen, damit sie nicht fliehen konnten. So hat er jene gegen die Feinde gewandt und von der Flucht abgehalten. Die Freunde behandelte er mit so großer Menschlichkeit, damit er von jenen nicht verlassen, sondern immer geschätzt wurde. Viele Menschen beleidigte er trotzdem so, dass er bei diesen verhasst war. Deshalb glaubten einige Römer, dass er mit Recht getötet worden ist. Er war nämlich von solcher Arroganz, dass er das Vaterland und die Gesetze vernachlässigte und manchmal sagte, dass die Republik nichts sei als ein Wort ohne Substanz oder Gesicht.

 

L 48: Cäsar verzeiht seinen Gegnern
Als Corfinium erobert ist, befiehlt Cäsar, dass alle Senatoren, die Tribunen des Militärs und die römischen Reiter zu ihm geführt werden sollten. All diese hält er davon ab, die Soldaten zu beleidigen. Diese Worte spricht er zu ihnen: "Warum dankt ihr mir nicht für so viele Wohltaten, die ich euch erwiesen habe?" Trotzdem schickt er alle unversehrt weg. Bei den pompeianischen Soldaten, welche Corfinium verteidigten, hielt er diese Rede: "Obwohl ihr mir eine Niederlage zufügen wolltet, will ich euch trotzdem nicht bestrafen. Pompeius aber hat euch zurück und im Stich gelassen. Nun hat er nichts anderes im Sinn als die Flucht. Euch kann er keine Hilfe mehr bringen." Dann befahl er, dass die Soldaten ihm einen Treueeid schwören sollten. Das Geld, welches ihm von dem corfinianischen Magistraten herbeigebracht worden war, nahm er nicht entgegen; er befahl, dass dieses eingesammelte Geld den Corfiniern zurückgebracht werde. So zog er nicht nur Menschlichkeit dem Stolz vor, sondern auch die Selbstbeherrschung der Habsucht. Am Ende beauftragte er irgendeinen Boten, Pompeius dieses zu melden: "Es gehört sich, dass wir über Friedensbedingungen verhandeln und die Eintracht wiederherstellen, damit die Republik gerettet wird.
 
 

L 49: Die Rache des Augustus

Oktavian führte fünf Bürgerkriege; den Anfang und die Ursache aller Kriege nahm er von hier aus: Er wollte den Mord an seinem Onkel rächen. Gegen die Gegner übte er große Überheblichkeit in jeder Art aus, er zog die Grausamkeit der Milde vor: Den Kopf des Brutus, der im Kampf besiegt worden war, ist von Oktavian nach Rom geschickt worden, damit er unter der Statue Caesars gelegt werde. Als die Gegner besiegt worden waren, zeigte er sich gegen Menschen jedes Geschlechts und Alters grausam. Nicht einmal die adligen Gefangenen hat er verschont: Es ist überliefert worden, dass er irgendeinem Mann, der ein Begräbnis verlangte, geantwortet habe, dass er jenes den Geiern überlassen solle. Als die Stadt Perusia eingenommen worden war, hat er gerade die Besten mit der Hinrichtung bestraft. Den Einwohnern, die um Gnade baten antwortete er: "Es ist notwendig, dass ihr sterbt.". Schreiber überliefern, dass 300 Männer beim Altar des göttlichen Julius an den Iden des März geopfert wurden. Antonius, der in der Schlacht bei Actium besiegt worden war, führte er her, damit er sich selbst tötete. Auch Caesarion, den Sohn Cleopatras, ließ er hinrichten, um den Namen der Königin der Ägypter aus der Geschichte zu löschen. Dass Cleopatra dieses Kind von Caesar empfangen habe, bestätigten viele.
 
 
L 50: Augustus - ein Friedenskaiser

Als die Schlacht bei Actium geschlagen war, hat Oktavian sich darum bemüht, dass die Erinnerung an seinen Sieg verewigt werde; deshalb hat er die Stadt Nicepolis, was "Die Stadt der Siege" bedeutet, erbaut und beschlossen, dass dort Spiele abgehalten würden. Dies ist so geschehen, damit die Größe seines Sieges nicht aus dem Gedächtnis der Römer ausgelöscht werden könnte. Doch Octavian wollte weder das Gebiet des Reichs noch den Ruhm des Krieges ausweiten. Gegen kein Volk wurde, ohne gerechte Gründe, Krieg geführt. Varus freilich, ein Feldherr der Römer, der in Germanien kämpfte, hat eine schwere Niederlage erlitten. Von dort ist ein großer Tumult in Rom entstanden. Als Augustus von dieser Niederlage erfuhr, war er so aufgewühlt, dass er über viele Tage hinweg, den Bart und die Haare wachsen ließ und immer wieder rief: "Varus, Varus! Gib mir meine Legionen zurück!" Augustus war es ein großes Anliegen, Aufstände und Kriege überall zu beenden. Tatsächlich gelang es ihm, dass er auf der ganzen Welt Frieden und Einigkeit zurückbrachte und über viele Jahre bewahrte. Unter seiner Führung geschah es. dass vieles, was dem Heil der Bürger entgegenstand, aus dem Weg geräumt und Rom quasi wieder neu erbaut wurde. So ist er zum Urheber der besten Verfassung des Staates geworden. Trotzdem stellte er die freie Republik nicht wieder her.

L 51: Latein gehört zur Bildung
Karl war ein geschickter Redner und konnte auch alles wortreich ausdrücken; denn er verwendete viel Zeit aufs Lesen und Lernen. Auch war er nicht mit der Muttersprache zufrieden und strebte danach, auch fremde Sprachen zu lernen. Die lateinische Sprache hat er so gelernt, dass er sowohl auf lateinisch betete als auch lateinische Gespräche führte. Damit er selbst seine Kinder zum richtigen Leben erzog, aß er niemals ohne sie, keine Gelegenheit ließ er aus, sie in den freien Wissenschaften zu unterrichten. Weil er in vielen Schriften, die er aus den Klöstern empfangen hatte, eine ungebildete Sprache erkannte, traf er den Entschluss, einen Brief an die Äbte zu schicken; folgendes hat er geschrieben: "Was fromme Schreiber sagen wollen, das können sie, wegen der Vernachlässigung des Lernens, nicht in Worte fassen. Deshalb fürchte ich, dass die Wortfehler auch den Geheimnissen der heiligen Bücher gefährlich werden könnten; ihr müsst folglich, indem ihr geeignete Lehrer auswählt, die Bildung vergrößern. Solche Männer sollt ihr für diese Arbeit auswählen, die sowohl den Willen zum Lernen haben als auch den Wunsch, andere zu unterrichten.
 
 
L 52: Wie lernen Schüler Anstand?

Paed: Ich glaube, dass du nicht bei Hofe, sondern im Schafstall geboren bist, so sehr bist du von bäuerlicher Sitte. Lasst uns also anständige Sitten pflegen. Sooft du mit irgendeinem anderen ein Gespräch führst, dem du Ehre schuldest, sollst du aufstehen und am Platz stehen bleiben. Nimm den Hut ab! Deine Miene soll weder traurig noch unverschämt sein, sondern heiter und bescheiden. Die Augen sollst du auf jenen richten, mit dem du redest! Auch deine Kleider und das ganze Aussehen des Körpers soll edle Bescheidenheit zeigen! Du sollst nicht von alleine soviel und unpassendes sagen, sondern mit wenigen Worten antworten und den Titel hinzufügen! Und du sollst jedes Mal, wenn du antwortest, das Knie beugen! Nun gib uns aber eine Probe dieser Sache! Wie lange warst du vom Elternhaus weg? Puer: Schon fast sechs Monate. Paed: Ach hättest du doch nur aufgepasst! Füge hinzu: mein Herr! Puer: Schon fast sechs Monate, mein Herr! Paed: Willst du sie nicht besuchen? Puer: Ich will es, mein Herr, wenn du es erlaubst. Paed: Wenn du doch nur jetzt auch dein Knie beugen würdest! Du sollst das nicht vernachlässigen! Aber es ist genug. Lasst uns wieder an die Bücher gehen!
 
 
L 53: So bekommen wir schulfrei

Nic: Schon lange laden der Geist und der Himmel zum Spielen ein. Hier: Das dürfte wohl keiner leugnen, doch der Lehrer lädt nicht ein. Coc: Was sollen wir nun tun? Nic: Schicken wir irgendeinen Abgesandten zum Lehrer! Hier: Kaum jemand könnte es wohl erreichen, dass er uns erlaubt zu spielen, denn eher entreißt du aus der Hand des Herkules die Keule, als von jenem die Erlaubnis zu spielen. Dass er einst auch ein Kind war, übergeht er mit Schweigen. Coc: Trotzdem werde ich die Gesandtschaft auf mich nehmen und um Erlaubnis fragen! [Cocles geht zum Lehrer] Coc: Hallo bester Lehrer! Paed: Hinterhältige Freundlichkeit! Was will der Nichtsnutz für sich? Coc: Die ganze Schar deiner Schüler bittet heute um die Erlaubnis zu spielen; morgen wiederum werden wir uns bemühen, zu arbeiten. Paed: Wer von euch verspricht, dass das sicher sein wird? Ihr seid immer begierig zu spielen. Coc: Ich verspreche es, bei der Gefahr für meinen Kopf.(besser, aber freier: selbst wenn es meinen Kopf kosten sollte) Paed: Wohl eher bei der Gefahr für deinen Hintern. Also geht, um zu spielen, aus der Schule, ihr Schüler. [Cocles geht fröhlich zurück] Coc: Ich habe es, wenn auch mit Mühe, durchgesetzt. Hier: Oh du Schlaukopf! Preisen wir dein Genie! Doch was hast du ihm versprochen? Coc: Morgen müssen wir uns bemühen, den Lehrer mit größtem Eifer zu erfreuen. Nichts anderes ist mir eingefallen. Nic: Oh du Elender!
 
 
L 54: Die Schule besuchen - sinnvoll oder nicht?

Der Lehrer Aristides sagt: Ich meine dasselbe, was Quintitlan in seinem Buch dargelegt hat: die Menschen merken sich im Kindesalter am meisten. Deshalb sollen Kinder, wenn sie ernsthaft angefangen haben zu lernen, in die Schule geschickt werden; Sie sollen zu einem von diesen Lehrern, die sich beim Unterrichten der Kinder auf dem Marktplatz Mühe geben, hingehen. Der Senator Marcus Claudius sagt: Ich allerdings stimme dieser Theorie nicht zu und will, dass die Kinder zu Hause unterrichtet werden. Denn ein Lehrer kann sich beim Unterrichten mehrerer Schüler nicht jedem einzelnen widmen. Außerdem fürchte ich, dass die Sitten der Jungen durch das Annehmen von Fehlern verdorben werden. Es ist überliefert, dass auch unsere Vorfahren Kinder zu Hause unterrichteten. Der Redner Quintus Curtius sagt: Aber wir wissen, dass auch zu Hause Sitten verdorben werden,wenn nicht Eltern für die guten Sitten sorgen. Manchmal auch schadet jener Hauslehrer, der den Kindern ein schlechtes Beispiel gibt; und die Bosheiten schlechter Diener nützen Kindern nicht. Der Lehrer Aristides sagt: Ich werde kurz darlegen, warum Quintitlan will, dass die Kinder für die Ausbildung zur Schule geschickt werden: Kinder sollen nicht nur in die Schule kommen, um ihr Wissen zu vergrößern, sondern auch, um Gemeinschaftssinn zu erlernen und feste Freundschaften zu schließen! Füge hinzu, dass die Rivalität unter den Schülern die Geister anstachelt. Weil ein Junge es für schändlich hält, von einem anderen übertroffen zu werden, wird er sich mehr Mühe beim Lernen geben, um eine solche Schande zu vermeiden.
 
 
L 55: So sollten Lehrer sein

Ein Lehrer, der Geschick im Unterrichten hat, sollte zuerst die Begabungen derjenigen herausfinden, die er zu unterrichten hat. Er soll sorgfältig mit sich abwägen, auf welche Art das Gemüt jedes Einzelnen zu behandeln ist.: Die einen müssen immer ermahnt werden, die anderen ertragen ungern Befehle; die Angst vor dem Lehrer bändigt die einen, die anderen zerbricht sie. Wünschenswert ist aber, dass Lob den Jungen anstachelt und Ehre ihn erfreut. Der Lehrer selbst soll weder das, was zu verbessern ist, verhehlen noch soll er böswillig sein, wenn er Worte der Schüler tadeln muss! Er soll die Stimmen der Jungen weder unterdrücken noch zurückweisen! Er soll Kindern, die Fragen stellen, gerne antworten, und solche, die nicht fragen, soll er von selbst aufrufen. Auch muss der Lehrer darauf achten, dass an ein und demselben Tag verschiedene Dinge von den Jungen aufgenommen werden können; allein schon die Abwechslung wirkt belebend auf die Gemüter. Gewiss müssen die Eltern sehr dafür Sorge tragen, dass die Jungen einem geeigneten Lehrer zur Unterweisung übergeben werden; die Lehrer müssen nicht nur das Wissen der Jungen mehren, sondern auch die Sitten pflegen. Die Schüler müssen allerdings ermahnt werden, die Lehrer zu schätzen und danach zu streben, ihnen ähnlich zu werden. Später mögen sie verstehen, dass sie die Worte der Lehrenden in sich bewahren müssen! Sie müssen ihr Gedächtnis immer üben, damit es nicht geschwächt wird.
 
 
L 56: Neueste Nachrichten von den alten Germanen

Schon in alten Zeiten haben ziemlich viele Geschichtsschreiber die Taten der Römer überliefert. Keiner aber war berühmter als Gaius Julius Caesar und Publius Cornelius Tacitus. Bei ihnen lesen wir, dass die meisten Germanen die gleiche Lebensweise hatten wie die Römer, aber in vielen Dingen unterschieden sie sich auch von ihnen: Der größere Teil ihrer Nahrung bestand aus Landobst, Milch, Fleisch; sie züchteten verschiedene Vieh-Arten, die kleiner waren als die römischen. Die Männer waren oft auf der Jagd. Aus diesem Grund wurden die Kräfte so gefördert, dass die Germanen stärkere und größere Körper hatten als die Menschen von anderen Völkern. Vor allem diejenigen Römer, die weder Unter- noch Obergermanien gekannt hatten, wurden von größter Furcht vor den Germanen ergriffen; denn die Gallier, die oft mit diesen zusammentrafen, priesen diese Menschen als äußerst tapfer und in Kriegen als sehr siegeswillig. Ein römischer Kaufmann, der mehr und längere Reisen als andere in die inneren Gebiete Germaniens gemacht hatte, erzählte Cornelius Tacitus, dass die Germanen blondes oder rötliches Haar und blaue Augen haben. Ja, er versicherte sogar, dass sehr viele Mädchen schöner als die römischen seien!
 
 
L 57: Kalt ist's in Germanien

Weil nun die Germanen Gegenden bewohnten, die nach Norden gerichtet waren, wurden sie mit Kleidern bedeckt, die für sehr kalte Orte im höchsten Grad geeignet waren. Das Kleidungsstück, das allen gemeinsam war, war ein gewisser Mantel, für die Reicheren ein besserer, für die Ärmeren ein schlechterer. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Ärmsten mit den schlechtesten Kleidern angezogen waren. Diejenigen, die in weiter entfernten Gegenden (das ist jenseits des Rheins oder der Donau) wohnten, waren auch mit den Fellen von wilden Tieren bekleidet. Das war für sie notwendiger als für jene, welche diesseitige Orte besiedelten. Für Männer und Frauen gab es die gleiche Kleidung; gewisse Frauen aber wurden mit Mänteln aus Leinen verhüllt, deren äußere Teile mit Purpur geschmückt waren. Cornelius Tacitus überliefert in einem Buch, das von den Sitten der Germanen handelt, dass die Söhne und Töchter der Geringen mit den Vornehmsten zwischen den gleichen Viehherden und auf dem gleichen Boden gespielt haben, solange bis das Alter die Freigeborenen von den Sklaven, die Höheren von den Niedrigeren trennte.

 
L 58: Toga und Kapuzenmantel
Auf der Reise, die wir durch die Zeitalter machen, gelangt unser Omnibus nach Mainz, in die Hauptstadt des oberen Germaniens und hält in der Nähe des Marktplatzes jener Stadt an. Wir schreiben das Jahr 110 nach Christus. Während wir zu Fuß durch die Straßen gehen, hören wir den Lärm der Handwerker, das Geschrei der Verkäufer und Käufer, bisweilen das Gekläff von Hunden. Denn auf dem Marktplatz sind zu dieser Zeit zahlreiche Bürger. Ein gewisser Rinoldus, ein Textilkaufmann, steht wie auf Käufer wartend vor seinem Laden. Auf der Stelle geht Felix, unser Reisebegleiter, auf ihn zu und sagt auf Lateinisch: " Sei gegrüßt, mein Herr.! Was machst du? Und wie laufen deine Geschäfte?" Rinoldus grüßt auf Lateinisch zurück: "Sehr gut! Danke der Nachfrage!" Und höflich fährt er fort: "Die Geschäfte waren nie besser." Wir kommen bald darauf zu ihm, begierig, alles zu hören. " Ich stamme aus dem Volk der Chatter", sagt Rinoldus, " und nachdem ich 20 Jahre Kriegsdienst im römischen Heer geleistet habe, habe ich 12000 Sesterzen erhalten. Mit diesem Geld habe ich kurz darauf diesen Laden eröffnet." Daraufhin fragt Felix: "Ist denn der Krieg beendet worden?" "Ja, so ist es. Die Germanen und Gallier leben jetzt in Frieden mit den Römern. Allen Kindern ist die Möglichkeit gegeben worden, die lateinische Sprache zu lernen. Unsere Häuser sind nach römischen Vorbildern erbaut worden, wie meins, das mit Fußbodenheizung und Badezimmer ausgestattet ist. Da meint Felix: " Wie ist der Gottesdienst?" Jener: " Was die Religion anbetrifft", sagt er, "so unterscheiden sich die Römer in nichts von uns. Aber obwohl ich Germane bin, verehre ich besonders den Mercurius, weil er der Schutzherr der Kaufleute ist. Ich habe eine kleine Statue von ihm - die übrigens von außergewöhnlicher Schönheit ist - auf den Altar neben die Hausgötter gestellt." Felix: " Und wo", fragt er, " findest du den Stoff?" Dazu bemerkt Rinoldus: " Die Wolle, die ich unter großem Aufwand aus dem diesseitigen Gallien importiere, wird hier gewebt. Aber die Stoffmuster werden in Rom gemacht. Auf diese Weise kann ich den Käufern immer die neuesten Dinge anbieten. Viele Römer und Germanen, sowohl Frauen als auch Männer, schätzen meine Ware sehr." Felix fragt: " Welche Dinge verkaufen sich am besten?" Jener antwortet ihm: " Wisst ihr nicht, dass viele römischen Veteranen an diesen Orten germanische junge Frauen kennengelernt und geheiratet haben? Diese Römer, die sich allmählich an das germanische Klima gewöhnt haben, das heilsam aber kälter als das italienische ist, führen nun im oberen Germanien ein angenehmes Leben. Wir werden im Winter viele Tage lang von so kaltem Wetter heimgesucht, dass die Menschen dickere Kleidungsstücke als Togas tragen wollen. Deswegen biete ich in meinem Laden eine große Zahl von Mänteln mit Kapuzen, von denen manche von höchster Eleganz, andere wiederum einfacher gemacht sind. Wollt ihr nicht eintreten und euch umschauen?"

 
 
L 59: Der Sprung in den Kanal
Caesar hat eine Legion in Gallien zurückgelassen, damit er die Küsten und Häfen schützen konnte. Sobald er ein Wetter bekommen hat, das zum Segeln geeignet war, ist er mit den übrigen Truppen nach Britannien gefahren. Am folgenden Tag kam Britannien in das Blickfeld der Römer. Wie Caesar geargwöhnt hatte, hatten die Britannier an höhergelegenen Orten in der Nähe des Meeresufers bewaffnete Truppen aufgestellt. Als die Römer eine offene und flache Küste gefunden hatten, sind sie an diesem Ort gelandet. Die Britannier aber, nachdem sie den Plan der Römer durchschaut hatten, versuchten sie daran zu hindern, die Schiffe zu verlassen. Als Caesar seine Soldaten zögern sah, hat er sie mit lauter Stimme ermuntert. Endlich hat ein Träger des Adlers der zehnten Legion geschrieen, nachdem er die Götter angerufen hatte: "Springt herab, Kameraden, wenn ihr den Adler nicht an die Feinde verraten wollt!" Nach diesen Worten stürzte er sich aus dem Schiff und begann, den Adler zu den Feinden zu tragen. Weil sie die Schande nicht zulassen wollten, haben sich auch die Soldaten gegenseitig ermuntert, dass sie sämtlich aus den Schiffen hinabsprangen und dem Adler folgten.
 
 
L 60: Eine mutige Frau bekämpft die Römer
Als der Statthalter Suetonius einst auf der Insel Anglesey weilte, nutzten mehrere römische Soldaten diese Gelegenheit: Sie drangen in das Gebiet der Icener ein und brachten ihre Häuser in ihre Gewalt. Zu dieser Zeit war Boudicca die Königin der Icener. Da sich viele Menschen darüber beklagten, dass ihnen von den Römern Unrecht zugefügt worden sei, wiegelte die Königin ihr Volk so auf: "Rächen wir uns an den Römern für jene Untaten! Greifen wir die Veteranen an, die in der Stadt Camulodunum leben." Sie meinte, dass dies eine leichte Sache sei, da jene Veteranen keinen Hinterhalt ahnten. Quasi mitten im Frieden, sind die Ahnungslosen von einer Menge von Barbaren umzingelt worden. Als diese Rebellion gemeldet worden war, wollte der Statthalter Suetonius den Veteranen helfen. Er zögerte nicht, und reiste von der Insel Anglesey mit seiner Legion ab und kam in Eilmärschen zu den Seinen. Aus Furcht vor einem feindlichen Hinterhalt, wählte er mit großer Sorgfalt einen Platz für das Lager aus. Durch die Ankunft der Römer sind die Britannier nicht erschreckt worden, sondern sie freuten sich. Sie hatten nämlich eine solche Siegesgewissheit, dass die Ehefrauen, Siegeszeuginnen gleich, die in die Schlacht ziehenden Männer begleiteten. Kaum hatte Suetonius die Schlachtordnung aufgestellt, da erstarb das gellende Kriegsgeschrei, als Boudicca mit einem Wagen zu dem Feld fuhr, das nahe dem römischen Lager gelegen war. Alle Britannier folgten der Königin mit großer Geschwindigkeit. Als dieser Angriff gemacht worden war, ermahnte der römische Feldherr seine Soldaten: "Ich hoffe, dass ihr heute eure Aufgaben gut erfüllen werdet. Zögert nicht! Folgt mir!" Als er diese Worte gesprochen hatte, trieb er sein Pferd an und rückte zu den Feinden vor.

L 61: Der Kaiser sichert die Grenzen des Reiches
Die römischen Führer errangen (besser: ernteten) in Britannien großes Lob. Sie hatten mehrere Kolonien, vor allem für die Veteranen, gegründet, wie zum Beispiel London und Colchester. Diese Stadt hatten die Britannier unter der Revolution Boudiccas angegriffen, wie wir oben gezeigt haben. Viele Wege und Kanäle gaben den Einwohnern die Möglichkeit, mit Pferden oder Schiffen befördert zu werden. Außerdem fanden die Römer überall beim Umherziehen viele Plätze, an denen nicht nur Eisen und Blei, sondern auch Silber und Gold vorkamen. Kaiser Hadrian glaubte, dass diese Regionen, die nach Norden gelegen waren, vor den Barbaren nicht sicher waren. Jener alte Damm nämlich, der vor vielen Jahren errichtet worden war, galt als nicht sicher genug, um die Grenzen zu schützen. Deshalb befahl er, dass der Grenzwall durch eine hohe Mauer befestigt werden solle. Er wollte, dass mit dieser Mauer und vielen Posten die Barbaren vom Überschreiten der Grenzen abgehalten würden. Und so ist es gemacht worden. Innerhalb von 5 Jahren wurde eine äußerst lange Mauer, die ihren Namen von dem Kaiser selbst erhält und somit "Hadrians Wall" genannt wird, durch jenen Teil Britanniens gezogen.

 
 
L 62: Der verlorene Sohn
Ein gewisser Mann hatte zwei Söhne; und der jüngere von jenen sagte zum Vater: "Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zusteht!" Und dieser teilte das Vermögen unter jenen auf. Und nicht viele Tage später brach der jüngere Sohn in eine weit entfernte Gegend auf; und dort vergeudete er sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte. Und nachdem er alles verbraucht hat, ist Hunger in jener Gegend gemacht worden (bzw. ist eine Hungersnot in jener Gegend ausgebrochen), und er selbst begann, die Entbehrung zu spüren (vielleicht besser: Not zu leiden). Und er ging weg, und er hat die Schweine eines gewissen Bürgers jener Gegend gehütet. Und er wollte seinen Magen mit den Schalen füllen, die die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm. Er erwog aber bei sich: "Wie viele Tagelöhner im Haus meines Vaters haben Brot im Überfluss; ich aber sterbe hier vor Hunger! Ich werde mich erheben und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden; behandle mich wie einen von deinen Tagelöhnern!" Der Vater aber, als er jenen sah, ist von Mitleid ergriffen worden und ist jenem um den Hals gefallen und hat ihn geküsst. Und der Sohn hat zu ihm gesagt: "Vater, ich habe gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden!" Der Vater aber hat zu seinen Sklaven gesagt: "Bringt schnell das beste Kleidungsstück und legt es jenem an, und gebt einen Ring an seine Hand. Und führt ein gemästetes Kalb herbei und tötet es! Und lasst uns essen und speisen, weil dieser mein Sohn (auch möglich: hier mein Sohn) tot war und wieder lebendig geworden ist; er war umgekommen und er ist (wieder) gefunden worden!" Und sie haben zu speisen begonnen. Der ältere Sohn aber hat verärgert zu seinem Vater gesagt: "Sieh, ich diene dir so viele Jahre und niemals habe ich einen Auftrag von dir übergangen; und niemals hast du mir ein Böcklein gegeben, dass ich es mit meinen Freunden verspeiste. Aber nachdem dein Sohn hier, der sein Vermögen vergeudet hat, gekommen ist, hast du ein gemästetes Kalb getötet." Aber er selbst hat jenem gesagt: "Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alle meine Güter sind auch deine. Es gehört sich aber zu speisen und sich zu freuen, weil dein Bruder hier tot war und wieder lebendig geworden ist.; er war umgekommen und er ist (wieder) gefunden worden."
 
 
L 63: Besteht die Welt aus Atomen?
Die alten Philosophen erörterten schon, aus welchen Grundstoffen alles besteht; und sie fanden heraus: aus Wasser, Luft, Feuer, Erde. Sie sagen, dass für Epikur aber alles zufällig aus unteilbaren Atomen entsteht. Ich allerdings frage, wo jene winzigen Teilchen denn sind und auf welche Weise die Welt aus jenen entstanden ist (sein soll). Wer hat sie jemals gesehen? Wer hat sie gefühlt? Oder hat allein Leukipp Augen gehabt, der der Urheber dieser Meinung war? An ihm erkennen wir, wie blind und dumm jener gewesen ist, dass er es wagte, so albernes Zeug zu schwätzen. Ich werde versuchen, ob ich erklären kann, warum er jenen zahllosen Elementen den Namen Atom gegeben hat: Er hat behauptet, dass die Elemente so klein seien, dass sie weder gesehen noch berührt noch geteilt werden könnten. Wir aber müssen überlegen, ob Bäume und Feldfrüchte in der Tat aus solchen Teilchen entstehen. Niemand zweifelt nämlich daran, dass jedes Ding einen charakteristischen Samen braucht, damit es entsteht und wächst; immer säen die Menschen und kümmern sich um die Samen, damit sie Getreide und Feldfrüchte erhalten. Wir können also leicht erkennen, ob alles nur zufällig entsteht oder durch göttliche Vorsehung und göttlichen Willen.

 
 
L 64: Glaube contra Aberglaube
Kaiser Diokletian pflegte Vieh zu opfern und in dessen Leber die Zukunft zu erforschen. Als irgendwann einmal einige Christen an einem solchen Opfer teilnahmen, haben sie auf ihrer Stirn das Kreuzzeichen gemacht. Da die bösen Geister auf diese Weise vertrieben worden sind, sind die Opfer gestört worden. Die zitternden Opferschauer opferten aufs neue, aber die üblichen Zeichen in den Lebern sind nicht erschienen. Immer wieder zeigten die geschlachteten Opfertiere nichts, solange bis ein gewisser Weissager geargwöhnt hat, dass die Opfer deswegen nicht antworteten, weil gottlose Menschen an den göttlichen Dingen teilnahmen. Sobald der Kaiser davon erfahren hatte, befahl er nicht nur denjenigen, zu opfern, die an den Opfern teilgenommen hatten, sondern auch sämtlichen, die im Palast waren. Da ihm viel daran lag , dass auch die Soldaten sich zu den gottlosen Opfern versammelten, befahl er, dass gegen diejenigen, die nicht gehorchten, mit Schlägen vorgegangen würde. Dann freilich hat Diokletian nichts weiter gegen das Gesetz und die Religion Gottes unternommen. Später aber ist er von denen, die die Christen am meisten hassten, zu ihrer Verfolgung aufgewiegelt worden. Ich erinnere mich gut daran, welche Verbrechen durch seine Raserei begangen worden sind.

 
 
L 65: Ein Tag und die Ewigkeit
Als ein gewisser Abt einst überlegte, was nach diesem Leben sein wird, begann er unter anderem über die Freuden des Paradieses nachzudenken. Aber er verstand nicht, wie die Heiligen so lange Zeit ohne Überdruss an einem einzigen Ort verweilen konnten. Plötzlich ist jenem Mann, während er im Wald in der Nähe der Abtei spazierenging, ein wunderschöner Vogel erschienen, durch dessen äußerst angenehmen Gesang er so erfreut wurde, dass er eine Zeitlang dort verweilte, um mit ihm zu spielen. Als er aber am Abend zur Pforte der Abtei zurückgekehrt war, ist ihm alles verändert erschienen und er hat weder den Pförtner erkannt noch hat er selbst von irgendjemandem im Kloster erkannt werden können. Dadurch beunruhigt sagte er: "Ich verlange, dass ihr dem Abt dieses Klosters die Tür öffnet, der nur zum Nachdenken in den Wald hinaus gegangen ist." Jene aber, die sich über die Sache wunderten, sahen in das Buch, in welchem die Namen aller Äbte aufgeschrieben waren; und sie fanden heraus, dass dreihundert Jahre vergangen waren, seit jener der Abt des Klosters gewesen war. Was also zeigt der Herr mit dieser Sage? Tausend Jahre werden in der ewigen Glückseligkeit ohne jeglichen Überdruss sein wie ein Tag, der vorüber gegangen ist; und es ist sogar mehr, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen als mit einem Vogel zu spielen.

 
 
L 66: Georg der Drachentöter
Einst wohnte neben einer gewissen Gemeinde ein gewaltiger Drache, der oft das Volk, das gegen ihn bewaffnet worden war, in die Flucht geschlagen hatte und mit seinem Hauch den Einwohnern Unheil gebracht hatte. So kam es, dass die Bürger diesem Untier täglich einen Menschen anboten, der durch das Los ausgewählt worden war; so erreichten sie, dass sie seine Raserei beruhigten. Irgendwann aber geschah es unglücklicherweise, dass die einzige Tochter des Königs durch das Los für den Drachen bestimmt worden ist. Auf jede erdenkliche Weise wollte der König verhindern, dass die Tochter auf diese grausame Weise starb. Das Volk aber fürchtete, dass alle Bürger durch den Hauch des Drachens umkämen und gestattete dem König nicht, die Tochter zu retten. Unter vielen Tränen klagte der Vater, als er das Mädchen umarmte: "Wehe mir, meine allerliebste Tochter, was soll ich nur tun? Wenn ich doch nur schon tot wäre!" Darauf ist jene aus der Stadt gegangen. Sobald der gesegnete Georg, der zufällig vorbeiging, diese sah, fragte er, was sie habe. Und jene: "Guter Jüngling, flieh schnell, damit du nicht mit mir stirbst." Georg zu ihr: "Fürchte dich nicht, Mädchen, weil ich dir im Namen Christi helfen werde! Ich werde solange nicht von hier weichen, bis du mir sagst, was du hast." Und jene: "Guter Soldat, es genügt, wenn ich allein zugrunde gehe. Und du handelst unklug, wenn du mir hilfst. Sieh also zu, dass du nicht mit mir umkommst.!" Aber sie hat Georg nicht überzeugt, zu fliehen. Während sie so reden, ist plötzlich der Drache erschienen. Georg besteigt sofort sein Pferd und greift, während er sich mit dem Kreuz schützt und sich Gott anvertraut, mutig den Drachen an, der auf ihn zukommt. Es gelang ihm, die Bestie mit der Lanze schwer zu verwunden und auf die Erde niederzuwerfen. Dann führte er den Drachen in die Gemeinde und sagte den Bürgern: "Fürchtet euch nicht; der Herr hat mich nämlich zu diesem geschickt, dass ich euch vom Drachen befreie! Glaubt an Christus, und ein jeder von euch möge getauft werden, und ich werde diesen Drachen töten." So hat er den König und alle Bürger dazu bewegt, dass sie getauft wurden; den Drachen aber hat der gesegnete Georg mit dem Schwert getötet.





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